Willkommen im
               Börde-Museum Burg Ummendorf
     Willkommen im Börde-Museum Burg Ummendorf

 

Sonderausstellungen 2017

 

Stumme Zeugen reden - Archäologische Funde aus der Magdeburger Börde

29. April 2016 - 3. Dezember 2017

Foto N. Panteleon BMBU Landkreis Börde


Objekte aus rund 30 Jahren archäologischer Forschungstätigkeit des Börde-Museums präsentiert diese Ausstellung. Die Magdeburger Börde mit ihren fruchtbaren Böden weist eine hohe Dichte an archäologischen Funden auf. Dazu gehören etwa die Kupferbeile aus Belsdorf, der latènezeitliche bronzene Gürtelschmuck aus Hadmersleben sowie die Grabinventare der Völkerwanderungszeit aus Altenweddingen. Diese Highlights des Sammlungsbestands werden erstmals in einer gemeinsamen Ausstellung gezeigt und vermitteln als Zeugen vergangener Epochen einiges zur Lebensweise der Menschen.



 


Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.

06. Juli 2017 - 3. Dezember 2017

© Zeichnung des Reis'schen Musiktelegraphen aus der Zeitschrift Die Gartenlaube, 1863



Kommunikationsmittel im Wandel der Zeit                                                                                   und deren gesellschaftlicher Stellenwert.

 

 




Kommunikationmittel

Die Geschichte der Kommunikation ist spannend, abwechslungsreich und erfinderisch. Sie steckt voller Veränderungen und wird von neuer Technik ebenso beeinflusst wie durch den Menschen selbst. Dazu gehört insbesondere das Bedürfnis der Menschen immer weiter, schneller und unkomplizierter mit anderen Menschen in Verbindung zu treten. Große Namen wie Johannes Gutenberg, Philip Reis, Graham Bell und Samuel F. B. Morse gehen damit einher.

Die Sonderausstellung präsentiert verschiedene Kommunikationsmittel ab dem 19. Jahrhundert. Dazu gehören Objekte mit denen unmittelbar kommuniziert wird – wie das Telefon – und indirekte Kommunikationsmittel – wie etwa Klingelzüge. Letztere kamen in großen Villen mit Personal zum Einsatz. Der Zug an den reich mit Stickereien und Perlen versehenen Stücken gab den Hausangestellten das Zeichen, bei ihrem Dienstherrn zu erscheinen. Vergleichbar mit dieser Art der Kommunikation sind Tischsprechgeräte, die seit den 1950er-Jahren in Firmen zum Einsatz kommen. Sie stellen eine direkte Verbindung der Vorgesetzten zum Sekretariat her.

Doch bereits in vorchristlicher Zeit war es ein Bedürfnis, so schnell wie möglich Nachrichten auch über größere Wegstrecken zu übermitteln. Nach Homer gab es 1184 v. Chr. Signalfeuer über eine Strecke von rund 500 Kilometer, die von der Eroberung Trojas berichteten.

Optische und akustische Signale setzte man auch an der ›Großen Mauer‹ in China ein. Die Mauer – zum Schutz vor Übergriffen der nördlichen Nomadenvölker errichtet – erstreckt sich über eine Länge von mehr als 8.500 Kilometern. Der Kaiser Qin Shi Huangdi (reg. 221-210 v. Chr.) gab 214 v. Chr. den Auftrag zum Mauerbau. Bestehende Schutzwälle aus dem 7. und 5. Jahrhundert v. Chr. wurden von hunderttausenden Bauern in nur sieben Jahren zu einem fortlaufenden Festungswerk verbunden. Türme dienten als Stützpunkte, Munitionslager und Mannschaftsquartiere. Von ihnen aus wurden mit Hilfe von Feuer- und Rauchzeichen sowie mit akustischen Signalen Nachrichten über weite Entfernungen übermittelt.

Daneben verbreitet man noch heute Nachrichten mit Post- und Kurierdiensten. Die berühmteste Legende über einen Boten ist diejenige vom Läufer aus Marathon, der nach dem Sieg der Athener über die Perser 490 v. Chr. über 40 Kilometer nach Athen lief und dort die Nachricht verkündete. Diese Erzählung bildet die Grundlage des modernen Marathonlaufs, der erstmals anlässlich der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen ausgetragen wurde. Über Jahrhunderte bildete das Postwesen einen zentralen Bestandteil unserer schriftlichen Korrespondenz, nachhaltig abgelöst werden diese durch E-Mails und verschiedene Messengerdienste.

Neben der beidseitigen Kommunikation gibt es auch in der Regel einseitige Kommunikationsmittel, mit denen große Maßen von Menschen erreicht werden sollen. Diese prägt die Erfindung des Buchdruckes durch Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts. Zuvor war die Herstellung von Büchern mit großem Aufwand verbunden und meist erschienen nur kleine Auflagen. Erst mit der neuen Möglichkeit des Druckens verbreiteten sich dann auch Tageszeitungen und Zeitschriften in großer Geschwindigkeit. Die Massenmedien Radio und Fernsehen erfand man erst im 20. Jahrhundert. Gerade beim Radio kann der Sender, der gehört wird, auch eine politische Botschaft ausdrücken. So konnte es während des zweiten Weltkrieges sogar lebensgefährlich werden mit BBC einen Feindsender zu empfangen. In der Zeit der deutschen Teilung war es verboten ›Westradio‹ zu hören oder Fernsehen zu schauen, doch gerade in Grenznähe war dies in der Realität kaum zu unterbinden.